Mit den
Bildern tanzen
Ich tanze und improvisiere mit meinen Bildern. Auf langen Wegen und in Stunden der Bewegung durch die Landschaft sammle ich Eindrücke, die sich zu Erinnerungen verdichten. Im Atelier werden daraus innere Orte – Räume, in denen die menschliche Geste auf das Ungezähmte trifft. Mich interessieren vor allem das Licht, die Farben und die Formen der Natur. Ihre ungezähmte Kraft und der ewige Wandel der Jahreszeiten inspirieren mich. Ich suche Zeichen, die meine Erinnerungen abstrakt wiedergeben und beim Betrachter Resonanz erzeugen.
Mein Dialog mit dem Wachs
Beim Malen gleicht mein Prozess einem riskanten Jazz-Solo: ein ständiges Reagieren und Agieren mit dem widerspenstigen Bienenwachs. Es ist kein passives Material, sondern hat einen eigenen Willen. Ich schichte heißes Wachs und Pigmente übereinander – lebendiges Grün trifft auf tiefe Erdtöne und leuchtendes Schwefelgelb. Immer wieder erhitze ich alles, lasse es schmelzen und verbinden. Manchmal lasse ich die Schichten bewusst fast kippen, kurz vor dem Verlust.
Erst wenn alles abkühlt, beginnt das eigentliche Graben. Mit Spachtel, Radiernadel und Tonschlinge arbeite ich mich durch die Lagen zurück in meine eigene Zeit. Plötzlich bricht eine vergessene Farbinsel auf, ein verdecktes Leuchten tritt zutage, während anderes für immer verschwindet. Dieser Wechsel aus Aufbau und Zerstörung schafft eine Tiefe, die im Raum atmet.
Die Langsamkeit
des Augenblickes im Malen,
um an der Erinnerung
vorbeizusehen,
ergibt die Möglichkeit des
zufälligen Blickes
außerhalb des Bildes.
Einladung zur Resonanz
Meine Bilder wirken wie ein plötzlicher Geruch, der mich ohne Vorwarnung in den Garten meiner Kindheit zurückwirft. Sie geben keine fertigen Antworten. Sie sind offene Stellen, an denen mein Tanz auf die eigene Erinnerung des Betrachters trifft. Und vielleicht entdecken Sie darin ja genau den kleinen Traum vom Paradies, den ich beim Malen suche.
