Workshop Ölpastell

Ölpastell – Ein verrücktes Medium ohne Regeln

Die Ölkreide – Farbe in Stiftform. Die große gestalterische Freiheit bei unmittelbarer Anwendung ist ein Kennzeichen der Ölpastellfarbe. Spontanes Malen, Skizzieren und Schreiben ist ebenso leicht möglich wie das Anlegen von großen Flächen und der Aufbau in Schichten.

Sie ähnelt dem trockenen Pastell, hat aber den Vorteil der cremigen Konsistenz und damit der festeren Haftung auf dem Untergrund.

Die Farbe trocknet nicht aus und bleibt immer formbar. Sie staubt nicht und ist so eine Alternative für Maler, die den Staub der trockenen Pastelle nicht mögen oder vertragen.

Das arbeiten mit Ölpastell braucht keine große Vorbereitung. Ein Stück Papier und ein paar Kreiden, schon kann es losgehen. Die Kreiden eignen sich somit für Jung und Alt. Auch unterwegs sind sie ein einfach zu handhabendes Material.

Melonenspiel, 2016, oil pastel
Melonenspiel, 2016, oil pastel

Der Workshop

Der Kurs richtet sich an alle, die ein vielseitiges Material kennenlernen oder Ihre Kenntnisse darin erweitern wollen.

Anhand von alltäglichen Gegenständen, Fotos und eigenen Skizzen lernen wir den Umgang mit den Ölkreiden. Übungen zum Zeichnen und zum freien Umgang mit dem Material unterstützen uns dabei einen eigenen Ausdruck zu finden. Eigene Themen können gerne realisiert werden.

  • Wir üben das Mischen der Farbe mithilfe von Überlagerungen, Lasuren, Schraffuren und lernen, wie sich verschiedene Kreiden (hart und weich) und Pigmente (deckend oder lasierend) zueinander verhalten.
  • Wir erweitern unsere Ausdrucksmöglichkeiten durch die Verbindung mit Farbstiften, Bleistiften und anderen Farben.
  • Wir experimentieren mit verschiedenen Untergründen wie Papier, Holz und Leinwand.
  • In kleinen Exkursen werden Hinweise zu Bildaufbau, Gestaltung und Farbenlehre gegeben.
  • Im Laufe des Kurses klären sich aus der eigenen Erfahrung auch die Fragen wie:
    Was soll ich malen? – Wie finde ich Ideen für meine Bilder? – Wie baue ich meine Bilder auf?
  • Tipps für unterwegs, zur Aufbewahrung und Fixierung des Bildes runden den Workshop ab.

Der Kurs ist offen für alle Formen des Ausdrucks. Von realistischer Malerei über abstrakte Malerei und der Kombination. Er richtet sich an Anfänger und an Fortgeschrittene.

Voraussetzung ist allein die Freude an Farbe, die Freude an Experimenten und farbigen Fingern.

The Road, 2015, oil pastel 40 x 20 cm
The Road, 2015, oil pastel 40 x 20 cm
  • Gedanken zum Unterricht

    Im Unterricht sehe ich es als Ziel, dem Kursteilnehmer Möglichkeiten zu zeigen seinen eigenen Weg zu finden. Sich selbst zu fragen: Was ich mach ich hier? Was gefällt mir hier? Was will ich machen?

    Für mich bedeutet dies, die Balance zu finden zwischen zuhören und Anregung geben. Unterstützend zu begleiten und zu fragen. Und natürlich immer wieder neu zu sehen und zu lernen.

  • Kunstgedanken

    Die Langsamkeit des Augenblickes im Malen,
    um an der Erinnerung vorbeizusehen,
    ergibt die Möglichkeit des zufälligen Blickes
    außerhalb des Bildes.

    Ich zeichne und male seit meinem 4. Lebensjahr. Meine lebhafteste Erinnerung gilt einem Bild mit den sieben Zwergen (mit 5 Jahren). Ausgeführt mit Wachsmalkreide und Terpentin.

    Heute ist der Stift für mich ein Mittel, um zu sehen und zu denken. Mit ihm erforsche ich mich, meine Umwelt und meine Reaktionen darauf. Ich versuche täglich meine Umwelt mit neuen Augen zu sehen, ohne an der Erinnerungen hängen zu bleiben.

    Und so entwickelt sich aus der motorischen Bewegung der Hand etwas Eigenes. Linien oder Farbflecken bilden den Ausgangspunkt. Sie überlagern sich und verdichten sich zu scheinbar bekannten Motiven, die es neu zu entdecken gilt. Zeichnen dient hier nicht mehr der Beschreibung, sondern der Umschreibung einer Form in eine neue Wahrheit.

  • Der Dozent

    Der Künstler und Innenarchitekt Andreas Ziller wurde 1962 in Würzburg geboren.

    Sein Studium der Innenarchitektur an der FH Rosenheim bildet mit seiner intensiven Zeichnenschulung in Akt- und Architekturzeichnung die Grundlage für sein künstlerisches Schaffen. In dieser Zeit begann auch die intensive Auseinandersetzung und Ausbildung mit aktuellen Kunstströmungen. Besonders gefördert durch den Bildhauer und Maler Rudl Endriß.

    Nach der Übersiedlung nach Hannover 1991 begann seine freiberufliche Tätigkeit als Künstler und Innenarchitekt.

    Beständiges Suchen in seinem eigenen Werk und die intensive Auseinadersetzung mit den verschiedenen Kunstrichtungen (Malerei, Objektkunst, Tanz und Theater) stehen seit dem im Vordergrund.

    Seit 1990 beteiligt er sich regelmäßig an Einzel- und Gruppenausstellungen.