«Schreib doch mal …»

Es war einmal eine Freundin, die viel auf Reisen ging. Beim Abschied hieß es oft: «Schreib doch mal …». Was schreibt aber einer, der nicht so viel auf Reisen ist? Hier heißt dann «Schreib doch mal …», das zu sehen und zu beschreiben, was einen täglich umgibt, die (un)gewöhnlichen Dinge des Alltags.

Zum Schreiben muss man sich Zeit nehmen –
«An der Erinnerung vorbeisehen: Sie Revue passieren lassen und absehen von der eigenen Umtriebigkeit. Der Abstand vom Machbarkeitsdenken durch zweckfreies Tun entspricht dem Abstand dieser Kunst von naturalistischer Malerei. Hier eine Malerei jenseits des naturalistischen Abbildes, deren Tun und Zeit sich selbst Thema ist. Ein absichtsloser Blick, auf den eigenen Entstehungsprozess, ein Tun, das wirksam wird, indem es ein freies Spiel der Kräfte ermöglicht.» (Wolfgang Voss)

Und so entwickelt sich aus der motorischen Bewegung der Hand etwas Eigenes. Linien oder Farbflecken bilden den Ausgangspunkt. Sie überlagern und/oder verdichten sich zu scheinbar bekannten Motiven, die es neu zu entdecken gilt. Zeichnen dient hier nicht mehr der Beschreibung, sondern der Umschrei- bung einer Form in eine neue Wahrheit.

«Die Langsamkeit des Augenblickes im Malen, um an der Erinnerung vorbeizusehen
ergibt die Möglichkeit des zufälligen Blickes außerhalb des Bildes.»

(Andreas Ziller)